

Leibniz Universität Hannover
Institut für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen (IFW)
- Projektkoordinator -
An der Universität 2
30823 Garbsen
www.ifw.uni-hannover.de
Technische Universität Clausthal
Institut für Polymerwerkstoffe und Konststofftechnik (PuK)
Agricolastraße 6
38678 Clausthal-Zellerfeld
www.puk.tu-clausthal.de
Technische Universität Braunschweig
Institut für Flugzeugbau und Leichtbau (IFL)
Herrmann-Blenk-Straße 35
38108 Braunschweig
www.ifl.tu-bs.de
Die Hochschul-Allianz
Drei niedersächsische Unis haben sich zusammengetan, um in Stade eine gemeinsame Vision umzusetzen: CFK-Grundlagenforschung mit Serienanspruch.
Eigentlich sei das ja ein Widerspruch, räumt Dr. Carsten Schmidt ein, der die Forschergruppe „Hochleistungsproduktion von CFK-Strukturen“ im Forschungszentrum CFK Nord leitet. Denn Grundlagenforschung passiert in der Regel losgelöst von wirtschaftsorientierten Zielsetzungen. „Das aber ist genau das Besondere und Spannendende hier in Stade: Hochschulforschung, aber mit der klaren Zielsetzung großserieller Fertigung“, erläutert Schmidt.
Drei Unis mit vier Projekten
Hinter seiner Forschergruppe stehen drei technische Universitäten: Die Leibniz Universität Hannover, die TU Clausthal und die Technische Universität Braunschweig. Sie erforschen im Rahmen des 2009 gegründeten Hochschulverbundes „Niedersächsische Technische Hochschule - NTH“ in vier Teilprojekten Leichtbauteile aus carbonfaserverstärkten Kunststoffen (CFK). Die TU Braunschweig widmet sich hierbei Bauweisen, die TU Clausthal Werkstoffen und Prozessen und die Uni Hannover dem Automatisierungsprozess. In einem übergeordneten vierten Projekt wird die Wirtschaftlichkeit bewertet.
„Unser Projekt ist bis 2014 angelegt“, nennt Schmidt den vorläufigen Zeitrahmen. Die Projektkosten von 5,5 Millionen Euro werden zu 75 % von der EU und 25 % vom Land Niedersachsen übernommen. Zehn wissenschaftliche Mitarbeiter hat Schmidt hierfür nach Stade geholt. Die aktuellen Projekte sind eng mit Airbus abgestimmt, hier findet auch ein permanenter Austausch zwischen Forschung und Industrie statt. Das Thema Porosität von CFK-Bauteilen etwa stehe derzeit auf der Tagesordnung, so Schmidt. Gearbeitet wird entweder im eigenen Labor im CFK Nord oder auch bei den jeweiligen Projektpartnern.
Große Chance für Doktoranden
Für die zehn wissenschaftlichen Mitarbeiter sind die drei Jahre in Stade eine große Chance. In Kooperationen wie etwa mit Premium Aerotec erhalten sie direkt Einblicke in die Produktion. Daneben sind sie in punkto Projektmanagement gefordert, wenn Studenten beispielsweise aus der benachbarten PFH mitarbeiten. 80 % der Zeit gehören der Forschung, die übrigen 20 % bleiben für die fachliche Weiterqualifizierung und die Doktorarbeit, die bei den meisten am Ende der Projektlaufzeit steht.
Unvorbelastete Forschung
Grundsätzlich, so Schmidt, sei der Austausch der Forscher untereinander und die unmittelbare Nähe zur Problemstellung ein unschätzbarer Wert am Standort Stade: „Wir wollen ja keine Forschung im Elfenbeinturm, die Chance zum späteren Technologietransfer ist uns wichtig“. Die jungen Nachwuchsforscher würden gut ausgebildet aber nicht „vorbelstet“ nach Stade kommen, was durchaus ein Vorteil sei. „Sie sind völlig unvoreingenommen. Das heißt, sie begegnen Problemstellungen möglicherweise ganz anders, als ein Forscher mit langjähriger Erfahrung“.
Auch für Schmidt selbst ist das CFK-Projekt in Stade eine äußerst spannende Herausforderung. Als erfahrener Automatisierer sieht er bei den Herstellungsprozessen noch viel Luft nach oben und ist überzeugt: „Das Potential ist noch bei weitem nicht ausgeschöpft“.