EADS Deutschland GmbH


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Dr. Matthew Beaumont gewann 2010 den "Composite Innovations Award". ©CFK NORD/Lüder
Die Flechtmaschine von EADS in der Forschungshalle des CFK NORD. ©CFK NORD/Lüder

EADS Innovation Works


 


Die Flechtstube des CFK NORD


EADS Innovation Works ist so etwas wie eine zentrale Ideenschmiede im großen europäischen EADS-Konzern. Im Stader CFK NORD tüfteln die Forscher an einer alten Handwerkskunst: dem Flechten.


CFK-Bauteile sind außerordentlich leicht und dennoch extrem stabil. Ein Geheimnis dahinter sind die Carbonfasern. Werden sie entsprechend verflochten, bilden sie die Basis für eine kaum zerstörbare Struktur. "Das automatisierte Verflechten ist eines von zwei Projekten, an denen wir im CFK NORD arbeiten", erzählt EADS-Manager Matthew Beaumont. Ein zweites Projekt sind Sandwich-Strukturen, wie sie im Flugzeugbau beispielsweise bei den Seitenwänden eingesetzt werden.


EADS war am schnellsten


Um dem Geheimnis der optimalen Flechttechnik näher zu kommen, hat Beaumont mit seinen derzeit fünf Mitarbeitern eine kreisrunde Testumgebung aufgebaut. Die Maschine rattert wie eine Strickmaschine und war bereits zwei Wochen nach der Eröffnung des CFK NORD im August 2010 einsatzbereit. "Damit waren wir die Ersten hier im Gebäude, die mit der Arbeit richtig loslegen konnten", erzählt Beaumont nicht ohne Stolz.
Insgesamt 50 Mitarbeiter beschäftigen sich bei EADS Innovation Works mit CFK-Verbundstoffen, bis auf 10 Mitarbeiter soll die Personalstärke in Stade wachsen. Weltweit arbeiten 700 in der Ideenschmiede des Luft- und Raumfahrtkonzerns. "Airbus ist zwar meist unser erster Kunde, grundsätzlich arbeiten wir aber auch für andere EADS-Sparten", erläutert Beaumont. Entsprechend sei auch die Nähe zu Airbus in Stade ausschlaggebend für den Forschungsstandort gewesen. Speziell in den letzten fünf Jahren sei EADS Innovation Works dazu übergegangen, mehr Standorte in Kundennähe zu schaffen um effektiver und schneller zu sein.


Auf dem Rennrad zum CFK-Fan


Beaumont selbst pendelt zwischen München-Ottobrunn und Stade und hat mit seinen 40 Jahren ohnehin schon viele Kilometer hinter sich. Erst auf dem Rennrad, hierbei entdeckte der gebürtige Amerikaner seine Leidenschaft für CFK. Später studierte er in Boston und wäre fast bei Boeing gelandet - weil dies für die dortigen Absolventen üblich war. Beaumont aber wollte nicht einer von vielen sein, flog über den großen Teich und heuerte bei EADS an. In CFK, so sagt er, müsse man denken, um den Werkstoff zu verstehen. Diese Einstellung vermittelt er auch regelmäßig Studenten an der TU München oder der PFH in Stade. Diese Nähe zur Hochschule sei auch ein sehr großer Vorteil in Stade, der das CFK NORD so wertvoll für die Forschung mache.


Ein idealer Standort für EADS


"CFK hat eine große Zukunft vor sich und wir wollen dabei sein, wenn etwas passiert", sagt Matthew Beaumont. Die vielen Forschungsunternehmen und der gute Austausch untereinander seien fast schon ein Garant dafür, dass im CFK NORD etwas passieren werde, ist Beaumont überzeugt.