DOW Deutschland Anlagengesellschaft mbH
Werk Stade


Bützflether Sand
21683 Stade


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Dow-Ingenieur Dr. Gunnar Merz setzt im CFK NORD vor allem auf die Windkraft. ©CFK NORD/Lüder
An Schalenteilen von Rotorblättern demonstriert die Dow im CFK NORD ihr Know how. ©CFK NORD/Lüder

Dow Deutschland Anlagengesellschaft mbH


Frischer Wind im CFK NORD


Als der gebürtige Kanadier Herbert Henry Dow 1897 sein eigenes Chemie-Unternehmen gründete, dachte er sicherlich nicht daran, eines Tages auch im Alten Land einen Standort zu betreiben. Inzwischen ist Dow auch im Forschungszentrum CFK NORD vertreten.


"Gestartet bin ich hier als One-Man-Show" sagt Dr. Gunnar Merz, der zwischen dem Werk in Bützfleth, wo die Dow rund 1.500 Mitarbeiter beschäftigt, und dem Forschungszentrum am Ottenbecker Damm hin und her pendelt. "Unser Fokus im CFK NORD liegt auf Windkraftanlagen", erläutert Merz. "Wir haben hier einen Demonstrator aufgebaut, an dem wir beispielsweise zeigen können, wie sich die einzelnen CFK-Elemente eines Rotorblatts schnell und sicher verkleben lassen." Die Entwicklung und Produktion von schnell härtenden Harzsystemen zählt zu den Kernkompetenzen der Dow. Unter dem Namen "Airstone" hat das Unternehmen ein System für große Rotorblätter entwickelt, die durch ihre großen Abmessungen besonders viel Energie erzeugen können.


Energiewende als Chance für Windkraft


Gleichwohl die Dow mit der Luftfahrt "nicht so viel am Hut" hat, wie Merz sagt, ist die Mitarbeit im CFK NORD äußerst interessant und spannend für den Chemie-Riesen. Die Dow fühlt sich im CFK NORD sehr wohl. Zum einen sei die Forschungshalle nicht zuletzt aufgrund ihrer Abmessungen bestens geeignet als Entwicklungszentrum für Großbauteile. "Wir wollen aber natürlich auch grundsätzlich bei neuen Entwicklungen dabei sein und sehen das CFK NORD als führendes Zentrum für Carbonfaser Verbundwerkstoffe", so Merz. Daher seien der Austausch mit Forschungsinstituten wie Fraunhofer oder DLR sehr wichtig und fruchtbar, auch wenn die Kollegen sich noch vorrangig dem Flugzeugbau widmen würden. "Als weltgrößter Produzent von Epoxidharzen aber sehen wir im Windanlagenbau und der Autoindustrie, wo größere Stückzahlen produziert werden, die besseren Möglichkeiten für uns." Die aktuelle Wende auf dem Energiemarkt unterstreiche dies. Konkrete Forschungsarbeit wird Dow Chemical im CFK NORD nicht leisten. "Hier steht ganz klar die Anwendungstechnik im Vordergrund", sagt Merz. Interessierten Kunden beispielsweise aus der Windenergiebranche wird am Demonstrator im CFK NORD gezeigt, "wie die Lösung ihres Problems aussehen kann". Daneben streckt Gunnar Merz seine Fühler aber auch nach anderen Branchen wie der Konstruktion und Architektur aus. "Da sehe ich für CFK noch sehr viel Potenzial, wie auch im Schiffbau."


Spezialisten kommen punktuell nach Stade


Wie groß und letztlich mit wie viel Personal die Dow im CFK NORD arbeiten wird, hängt auch von der Kundennachfrage ab. Zunächst werden jeweils Spezialisten von den Standorten in Horgen (Schweiz) und Baltringen projektbezogen in Stade aushelfen. Wenn das Geschäft mit den Rotorblättern richtig brummt, sind ein schnelles Ende der "One-Man-Show" und eine personelle Verstärkung für Gunnar Merz wahrscheinlich.